Schönheit im Wandel


Was ist "schön" ?
 

Das Empfinden von Schönheit ist unmittelbar mit der sozialen Struktur einer Gesellschaft in ihrer spezifischen Umwelt und ihrer Kultur mit ihren Werten und Idealen verbunden.

Mit der Sesshaftigkeit der Menschen bekamen Attraktivität und Schönheit speziell für Frauen eine wachsende Bedeutung. Während die Männer hinaus in die Welt zogen zur Jagd und Eroberung bewahrten sie Feuer, Haus und Hof und mussten auf den Mann warten, der sie auswählen würde-  aus einer Reihe von Konkurrentinnen. "Schönheit" war damals primär das Resultat des ästhetischen Empfindens von Gesundheit: ein breites (gebärfähiges) Becken, eine starke Statur, ein gesundes Aussehen - war doch die Sicherung der Nachkommenschaft und ihr Überleben davon abhängig.
 
Bildergebnis für steinzeit frauenfigur

(wikipedia 08-2015) "Venus vom Hohle Fels" - eine geschnitzte Frauenfigur aus Mammut-Elfenbein. Mit einem geschätzten Alter von 35.000 bis 40.000 Jahren gilt sie als älteste Menschendarstellung und als eines der ältesten Beispiele für figürliche Kunst weltweit. ...  Die Statue habe "überdimensionierte Brüste", ein ausgeprägtes Gesäß und deutlich hervorgehobene Geschlechtsteile - ohne Zweifel seien die Geschlechtsmerkmale der Figur "bewusst übertrieben" worden, ..."

Gesundes Aussehen verlor in Hochkulturen oft an Bedeutung, da es, vor allem in gehobenen Kreisen, keine wirklichen Existenznöte und Überlebensängste gab. Stattdessen nahm das Statusdenken Einfluss auf das Schönheitsideal. Eine Frau war schön, wenn sie rund und wohlgenährt war, denn das signalisierte Reichtum. So auch eine helle Haut, die bewies, dass keine niederen Arbeiten an frischer Luft zum Lebensunterhalt gehörten, sondern ein gehobener Rang und Status den Luxus des Müßiggangs finanzierte. Bereits bei Griechen und Römern wie auch später zu Zeiten des Rokoko und Barock wurden zum Bleichen der Haut weiße Salben und Schminke aufgetragen mit z. T. ätzenden und giftigen Inhaltsstoffen (Blei).


Marquise de Pompadour

Marquise de Pompadour, 1748

Im 17. und 18. Jahrhundert gab es eigentlich nur zwei wirklich wichtige Kosmetika sowohl für Frauen als auch für Männer und das waren blanc und rouge; diese beiden bestimmen ein Barock und Rokoko Makeup. Blanc, also weiß, für den Teint, der farblich so hell wie möglich aussehen sollte. Rouge, also rot, das kreisförmig oder dreiecksförmig die Wangen betonte und die Lippen. Die weisse Grundierung wurde auf das ganze Gesicht und die Schultern bis zum Dekollete aufgebracht.

Das weisse Puder Makeup wurde sehr häufig auf Basis des hochgiftigen Bleiweiß hergestellt, weil dieses für besonder gute Deckkraft und gleichmäßig natürliches Finish sorgte, obwohl man von der toxischen Wirkung wusste.Es standen damals als weiße Pigmente praktisch nur Metallverbindungen als Grundlage zur Verfügung, die allesamt nicht sehr gesund sind. Man mischte diese Pigmente mit etwas Öl oder Pomade, um sie als Paste auftragen zu können.Rotes Makeup wurde häufig aus Zinnober hergestellt, wobei Zinnoberrot Quecksilber enthält, also ebenfalls recht giftig ist.
(wikipedia 08-15)

Ist auch das Schönheitsideal wandlungsfähig, so gilt doch: "Die Sehnsucht nach Vollkommenheit ist allen Kulturen und Epochen gemein. " (Dr. Christine Wietig, Apothekenumschau 08/15)

 

Schönheit heute


my voice - that´s me

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